[Tobias ist ein Gymnasiast aus Nordfriesland und steht kurz vor dem Abitur. Er unterhält seine eigene Website mit einem Abschnitt über UniCOMAL unter www.tobiassnissen.de und war so freundlich, einen Artikel auf Deutsch über seine Erfahrung mit COMAL zu senden, der nun auch auf Englisch übersetzt ist.]
Meinen ersten Kontakt mit COMAL hatte ich zu Hause, im Alter von etwa 11 Jahren. Mein Vater hatte für die Schule eine Version von COMAL auf seinem 286er, welche er für seine (meine) Schule brauchte. Jedenfalls arbeitete ich mich etwas in die Sprache ein, schaute mir hier und da etwas von den anderen Programmen ab, die schon auf der Festplatte lagen und versuchte mich selbst im Programmieren. Herausgekommen ist ein wahnsinnig langes Englisch-Deutsch-Übersetzungsprogramm, das jeglichem Programmierstil entbehrte. Anstatt die Wörter in einer Datenbank zu sammeln, habe ich jedes mit Hilfe einer IF-Struktur verknüpft - für jede Vokabel brauchte ich drei Zeilen. Ich saß oft Nachmittage am Rechner, bewaffnet mit einem Wörterbuch, nur um Vokabeln einzutippen ;-)
Später lief mir COMAL erneut über den Weg - in einer Informatik- Arbeitsgruppe an meiner Schule. Wir bauten dort mit Hilfe von Lego Technik und COMAL (für den C64) kleine Roboter - mit spielender Leichtigkeit. Von dem Tag an, war mein Interesse an der Programmierung noch stärker.
Später dann, als ein richtiger Informatik-Kurs entstand, verwandten wir wieder COMAL, diesmal in der PC-Version. Ein paar Schulkollegen und ich zogen uns heimlich Kopien (wir besaßen zwar schon ein COMAL zu Hause, doch die Schulersion war sehr viel neuer), um zu Hause weiterprogrammieren zu können. Kleinere (Programmier-)Aufgaben wurden ab nun mit Hilfe von COMAL gelöst. Unser Informatik-Kurs ist dann auf Perl umgestiegen, denn wir wollten uns in CGI einarbeiten. COMAL war dazu nicht wirklich geeignet.
Mittlerweile steigt unser Kurs doch, wie es aussieht, wieder auf COMAL um, denn ein neues Thema ist der Einsatz von Messgeräten mit Hilfe des Computers. Wir benutzen zur Eingabe der Daten den Joystick-Port und da niemand von uns auf die Schnelle wußte, wie das in Perl zu realisieren war, kam COMAL wieder zum Zug.
In der ganzen Zeit programmierte ich größere oder kleinere Programme in COMAL. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, daß es an die 500 waren. Zwar meißtens nur angefangene, die voller Fehler und nichtmal 100%ig lauffähig waren, doch trotzdem steht jedes für sich. Doch was ist eigentlich so faszinierend an COMAL? Ich denke seine Einfachheit in Kombination mit Befehlsmenge und seinen graphischen Möglichkeiten. Es ist z.B. extrem schnell möglich die Sprache zu lernen. In der Übungsphase bemüht man ein paar mal die Online-Hilfe - versteht - und schreibt weiter drauf los. Es gibt ja nichtmal eine schwere Syntax die erstmal zu verstehen ist. Alles ist klar und logisch und baut aufeinander auf. Die Sprache ist also leicht zu lernen und bietet darüber hinaus noch lange Zeit gute Möglichkeiten, um seine Programmierfähigkeiten zu verbessern. Der Übergang zu einer anderen (prozedurorientierten Programmiersprache) fällt sehr leicht. Obwohl ich heute Perl nutze, bemühe ich doch noch hin und wieder COMAL, falls ich eine graphische Anwendung programmieren möchte.
So schnell werde ich COMAL in Zukunft wohl nicht loswerden wollen ;-)
I first came into contact with COMAL at home when I was about 11 years old. My father had a version of COMAL that he needed for his (my) school on his 286. So I familiarised myself with the language to some extent, copied bits and pieces from other programmes that were on hard drive already and attempted some programming of my own. The result was a crazily long English-German translation programme that lacked any kind of programming style. Instead of collating the words in a database, I linked each one to an IF structure - so each word took three lines. I often spent entire afternoons on the computer, armed with a dictionary, just to type in vocabulary. Later COMAL crossed my path again - in a computing workshop at my school. We were building little robots with the help of Lego Technik and COMAL (for the C64) - it was a piece of cake! From this day on, my interest in COMAL became even stronger.
Later still, when a proper computing course had been set up, we used COMAL again, the PC version this time. A few schoolmates and I secretly made some copies (we already had COMAL at home but the school version was much newer) so that we could continue programming at home. From then on, smaller and larger (programming) tasks were solved with COMAL. Then our computing course changed to Perl as we wanted to familiarise ourselves with CGI. COMAL was not really suitable for this.
Meantime, however, it looks as if our course were to change back to COMAL as we approach a new topic: computer assisted use of measuring devices. To enter data, we use the joystick port, and since nobody knew off hand how to do this in Perl, COMAL came to the fore once more.
During all this time, I used to write larger or smaller programmes in COMAL. I am not exaggerating in saying that it must have been almost 500. Admittedly, I only started most of them, and they were full of errors or not even 100% functional, yet each one is a programme in its own right. But what is the really fascinating thing about COMAL? I think it's its simplicity combined with the amount of commands and its graphics potential. For example, you can learn the language extremely fast. In the learning process, you access the online help a few times, you understand - and you go on writing. There isn't even any complicated syntax that you have to grasp first of all. Everything is a clear and logical build-up. So the language is easy to learn and, in addition, offers good possibilities for a long time afterwards to improve your programming skills. The changeover to another (procedures oriented) programming language comes very easy. Although I use Perl nowadays, I still resort to COMAL from time to time when I want to program a graphic application.
I would not like to get rid of COMAL so fast just yet.
Posted 03-August-2001